Geschichte

Pleinfelder Hummel

Das schwarze Holzgesicht mit seinen dicken Augenbrauen, dem wuchtigen nach oben gezogenen Schnauzbart und dem nach unten gezogenen Mund sieht furchterregend aus. Brauchtumsforschern zufolge dürfte der Pleinfelder Hummel ca. 200 – 250 Jahre alt sein. Die älteste, noch existierende Maske ist aus einem Fichtenbrett gearbeitet und etwas über 100 Jahre alt.

Der Hummel trieb mit seiner Fuhrmannspeitsche den Winter in Gestalt eines Strohbären über die Gemeindegrenzen. Aus diesem Strohbären (einem, in Stroh gehüllten Menschen) entwickelte sich zu Beginn dieses Jahrhunderts die zweite Gestalt, der „Hörnerbock“. Auch wenn sich die Gesichtszüge ähneln, so ist der Kopf doch breiter und wuchtiger als der des Hummels. Seine Gesichtsfarbe liegt zwischen hellem braun, beige und rosa. Der schwarze Vollbart und die schwarzen geschnitzten Hörnchen (oder Ziegenhörner) verleihen ihm ebenfalls ein diabolisches Aussehen. Beide Gestalten tragen ein Gewand aus Sackrupfen, das mit bunten Bommeln, Flicken oder Stoffstreifen verziert ist.

Der ursprüngliche Brauch des Winteraustreibens verkam im Lauf der Jahre immer mehr zu einem Faschingstreiben, das sowohl der Markgraf von Ansbach, als auch der Bischof von Eichstätt (zu deren Ländereien der Marktflecken Pleinfeld abwechselnd gehörte) vergeblich zu unterbinden versuchten. 1928 waren noch drei Brauchtumsmasken in Pleinfeld vorhanden, welche dem „Postwirt“ dem „Kronenwirt“ und dem „Bockwirt“ gehörten. Auch während des NS-Regimes wurde der Brauch verboten und lebte 1948 zusammen mit den ersten Faschingsbällen nach dem Krieg wieder auf. Bis zur Mitte der siebziger Jahre jagten die Hummel und der Hörnerbock nun die Pleinfelder Kinder, wenn Sie diese verspottet hatten und waren auch in der Handhabung ihrer Peitsche nicht gerade zärtlich. Die Anzahl der Masken war mittlerweile auf fünf angewachsen, die auch unter den „Hummelläufern“ getauscht wurden. Aufgrund eines Verkehrsunfalles verboten der Bürgermeister und der Marktgemeinderat das Faschingstreiben am Marktplatz 1975. Da die alternativ angebotenen Flächen und Straßen nicht akzeptiert wurden, schlief der Brauch ein. Erst 1993 wurde er wiederbelebt, nachdem der zugezogene Georg Schleicher einen Maskenschnitzkurs anbot. Die Brüder Peter und Günter Pschörer sowie Karl Gruber fertigten sich nicht nur eine Maske sondern auch einen „Hummelanzug“ nach den altern Mustern. Als sie 1996 erstmals wieder zu dritt an einem Faschingsumzug in Mischelbach teilnahmen, fanden Sie reges Interesse. Im darauffolgenden Jahr war die Gruppe bereits auf acht Personen angewachsen.

Mittlerweile sind die Pleinfelder Hummel ein eingetragener Verein mit 140 Mitgliedern und davon ca. 70 begeisterte aktive Mitglieder zwischen 3 und 70 Jahren.

Inzwischen sind die Pleinfelder Hummel weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und mit vielen Masken- und Brauchtumsgruppen befreundet.

Alljährlich findet ein großes "Hummelremmidemmi" statt, zu dem befreundete Brauchtumsgruppen eingeladen werden.

 
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